Cold of Kalandar (Kalandar Soğuğu)
„Kalandar Soğuğu“ (Die Kälte von Kalandar) ist ein ungarisch-türkisches Filmdrama aus dem Jahr 2015 unter der Regie von Mustafa Kara und in Zusammenarbeit mit Bilal Sert. Die Koproduktion erzählt die Geschichte von Mehmet, der mit seiner kleinen Familie in einem nebelverhangenen Bergdorf an der Schwarzmeerküste lebt. Mehmet versucht, sich mit ein paar Tieren den Lebensunterhalt zu verdienen und sucht nebenbei leidenschaftlich nach Mineralien und Goldvorkommen in den Bergen. Als seine Hoffnungen zu schwinden beginnen, wendet er sich den Stierkämpfen in Artvin zu; eine Niederlage dort zerstört die ohnehin schon brüchigen Hoffnungen der Familie endgültig. Die Suche, die mit dem Verschwinden des Stiers beginnt, an den sie wie an ein Familienmitglied gewöhnt waren, nimmt eine unerwartete Wendung.
Der Regisseur wollte, dass die Rollen authentisch und nicht gespielt wirken, und besetzte sie daher größtenteils mit Laiendarstellern: Die Hauptrollen spielten Haydar Şişman, ein Grundschullehrer, und Nuray Yeşilaraz, eine Krankenschwester aus Trabzon; auch die Mutter des Regisseurs, Hanife Kara, wirkte im Film mit. Die Dreharbeiten begannen 2012 und fanden in vier Abschnitten unter schwierigen Bedingungen im Dorf Şimşirli (2000 m ü. NN) im Bezirk Maçka von Trabzon und im Bezirk Murgul von Artvin statt, um dem Jahreszeitenzyklus zu folgen. Ein Einbruch im Büro während der Schnittphase, bei dem Ausrüstung und Computer gestohlen wurden, führte zu acht Monaten Nachdrehzeit und dem Verlust einiger Festivalteilnahmen.
Der Film feierte am 28. Oktober 2015 auf dem Internationalen Filmfestival Tokio Premiere und wurde am 30. November 2015 in Antalya erstmals in der Türkei gezeigt. Am 16. September 2016 kam er in ausgewählte Kinos. Er war als türkischer Beitrag für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ bei den 89. Academy Awards nominiert, schaffte es aber nicht auf die Shortlist. Er gewann zwei Preise beim Filmfestival Haifa, den Preis für den besten Film bei den Asia Pacific Screen Awards und die UNESCO-Gandhi-Medaille beim Internationalen Filmfestival Indiens.
| Regisseur | Mustafa Kara |
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