Bakur
Bakur (vollständiger Titel : A Guerrilla Documentary: Bakur ; „Bakur“ bedeutet auf Kurdisch „Norden“ und auf Türkisch „Norden“) ist ein politischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2015 unter der Regie von Çayan Demirel und Ertuğrul Mavioğlu. Der Film ist in Türkisch und Kurdisch.
Die Dokumentation beleuchtet den Alltag von PKK-Mitgliedern in drei Lagern in den Regionen Diyarbakır, Tunceli und Cizre. Die Erzählung beginnt mit Abdullah Öcalans Aufruf zum Austritt aus der Organisation bei der Nevruz-Veranstaltung in Diyarbakır am 21. März 2013 und zeigt die Reaktionen der Lagerbewohner auf diesen Prozess, ihre Beziehung zu ihrer Heimat und ihre politischen Ansichten. Der Film enthält außerdem Aussagen einiger Gründungsmitglieder der Organisation. Regisseur Ertuğrul Mavioğlu erklärte, dass die Drehgenehmigung der Organisation vorlag und dass es während der rund zweijährigen Dreharbeiten weder von der Organisation noch vom Staat zu Einmischungen kam.
Der Film wurde auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt, darunter das Internationale Filmfestival Stockholm, das Montreal World Film Festival, Visions du Réel und das Kathmandu Mountain Film Festival. Seine Vorführung beim 34. Internationalen Filmfestival Istanbul (4.–19. April 2015) wurde jedoch einen Tag vor dem geplanten Termin abgesagt, nachdem das Ministerium für Kultur und Tourismus die Festivalleitung darüber informiert hatte, dass „inländische Filme ohne Registrierung und Zertifizierung aus dem Programm entfernt werden sollten“. Im Anschluss an diese Entscheidung veröffentlichten über hundert Künstler einen offenen Brief, in dem sie dies als „Druck und Zensur“ bezeichneten. Git Scheynius, der Direktor des Stockholmer Filmfestivals, bestätigte, dass die Türkei im November 2015 auf Botschaftsebene interveniert hatte, um die Vorführung zu verhindern.
Der Dokumentarfilm erhielt gemischte Kritiken. Im April 2015 behauptete das Ministerium für Kultur und Tourismus, der Film enthalte „Propaganda für eine terroristische Organisation“, während der Journalist Etyen Mahçupyan die Produktion als mangelhaft objektiv empfand. Die Guardian-Autorin Laya Maheshwari hingegen bewertete den Dokumentarfilm als vielschichtige Darstellung der porträtierten Personen. Die Produktion war auch Gegenstand von Gerichtsverfahren; 2015 wurde eine Strafanzeige erstattet, und im Dezember 2017 wurden die Regisseure Çayan Demirel und Ertuğrul Mavioğlu wegen „terroristischer Propaganda“ verklagt. Mavioğlu wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, er halte die Klage für unrechtmäßig.
| Regisseur | Çayan Demirel, Ertuğrul Mavioğlu |
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